Mai 14th, 2012
Mittlerweile sind unsere jungen Wanderfalken im ganzen Brutkasten unterwegs, der Platz direkt vor unserer WEBCAM scheint gerade besonders beliebt zu sein.

Und was wie ein künstlerisch verfremdetes Bild aussieht, hat sehr profane Ursachen: gleich mehrere Volltreffer der Hinterlassenschaften auf der Schutzscheibe vor der Kamera trüben den Durchblick. Da ist wieder mal Scheibenputzen angesagt…
Bis wir wieder einen besseren Durchblick haben, werden sich einige Entwicklungen noch deutlicher abzeichnen. Nachdem die jungen Falken jetzt immer mobiler werden, sind schon die ersten Flugübungen angesagt. Mit kräftigem Flügelschlagen wird die Flugmuskulatur trainiert, damit später beim Ausfliegen alles klappt.
Früh übt sich, was ein Meister werden will:

Und auch das Aussehen verändert sich. Das bisherige weiße Daunenkleid weicht dem braun/schwarzen Jugendkleid, hier besonders gut am Ende der Schwingen zu sehen:
Am Sonntag wurden unsere Jungfalken von der Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz beringt. Dies ist wichtig, um die Verbreitung zu verfolgen und z.B. auch später die Herkunft eines Wanderfalkens feststellen zu können.
Die Arbeitsgemeinschaft – 1965 gegründet – hat sich zur Aufgabe gemacht, die Wanderfalken vor dem Aussterben zu bewahren. Wie viele andere Brutmöglichkeiten wurde auch der Brutkasten auf der Stadtkirche vor vielen Jahren von ihr aufgebaut.
Und ganz nebenbei wurde auch das Geschlecht der Jungvögel ermittelt: dieses Jahr haben wir vier Terzel!
Werner Barth
BUND Bezirksgruppe Esslingen
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Mai 8th, 2012
Unsere Jungfalken wachsen und gedeihen prächtig, und mittlerweile halten sie sich nur noch selten im hinteren Bereich des Brutkastens auf. Sie bewegen sich jetzt schon recht selbständig, bleiben aber dabei immer noch meist zusammen, um sich gegenseitig etwas zu wärmen – und um natürlich auch keine Gelegenheit zu versäumen, etwas von den Altvögeln zum Fressen zu bekommen.
Wie sehr es unser Jungvölkchen genießt, sich einfach nur aneinander zu kuscheln, zeigt dieses Foto vom 1. Mai ganz früh in der Morgensonne. Das Einflugloch geht ziemlich direkt in Richtung Osten, deshalb haben wir da jeden Morgen einige Minuten Sonne im Kasten – für mich liefert dieses Licht die schönsten Szenen:

Kurze Zeit später ist die Sonne schon weitergewandert. Das Weibchen ist eingetroffen und die Jungen sind schon wieder im Schatten:

Und Trude Fuchs-Möbus hat wieder einmal einen schönen Schnappschuss mit weit aufgerissenen Schnäbeln zugeschickt: Hunger!!

Werner Barth
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Mai 1st, 2012
Unser Esslinger Streuobstwandertag ist vorüber und ich habe mich gefreut, viele von Ihnen auf den Esslinger Höhen auf dem Rundweg zu treffen. Jetzt komme ich auch wieder dazu, hier etwas zu den Entwicklungen oben auf der Stadtkirche zu berichten.
Die Altvögel haben jetzt mächtig viel zu tun: damit die Jungfalken in so kurzer Zeit heranwachsen, ist hochwertiges Frischfleisch nötig. Beide sind deshalb immer wieder auf der Jagd nach Beute, die sie im Fluge schlagen. Vor allem zur Brutzeit sind die Stadttauben rund um den Esslinger Marktplatz deshalb eine leichte Beute für unsere Wanderfalken.
Und wie schnell unsere Jungfalken heranwachsen, sieht man beim Vergleich der alten WEBCAM-Fotos hier im Blog direkt nach dem Schlüpfen und den jetzt gerade aktuell gezeigten.
Von Trude Fuchs-Möbus habe ich eine ganze Bildserie zugemailt bekommen, bei der das ‘fünfte Kind’ sich einfach in die Fütterung einklinkt und sich vom Weibchen mitfüttern lässt.



Zum Glück sind die ‘echten’ Jungvögel schon gut gesättigt, denn sonst würden sie eher die Hälse recken und auf die nächste Portion lauern, wie in diesem Schnappschuss von Sylvia Theoboldt zu sehen ist:

Auf diesem Bild sieht man auch sehr schön, dass sich zur Zeit alle vier Jungen ziemlich gleichmäßig – prächtig- entwickeln. Das etwas später Geschlüpfte ist nicht mehr von seinen Geschwistern zu unterscheiden. Ganz selbstverständlich ist dies nicht, denn gefüttert werden von den Altvögeln bevorzugt die lautesten Schreier mit den größten Schnäbeln. Erst wenn diese gesättigt sind und sich schon vom Fressen erholen, kommen die übrigen dran. Dank des reichlichen Futterangebotes ist dies jedoch kein großes Problem.
Werner Barth
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April 24th, 2012
Heute morgen hat mir Günter Scheuerle zwei Fotos zugemailt.


Und was sehen wir auf diesen Fotos? Da starren doch deutlich sichtbar vier Köpfchen auf die Mama und warten darauf, dass eeendlich der nächste Bissen gereicht wird…
Also sind jetzt aus allen 4 Eiern die Jungfalken geschlüpft. Und die übriggebliebenen Eierschalen, die für kurze Zeit noch auf den WEBCAM-Bildern zu sehen waren, sind mittlerweile alle vom Weibchen verspeist – hier verkommt nix!
Sobald ich dazukomme, werde ich in den nächsten Tagen die Kamera neu ausrichten. So bekommen wir wieder bessere Bilder. Und Fensterputz ist jetzt auch angesagt, denn durch die Staubentwicklung sind die Schutzgläser vor unseren Kameras schon recht trübe geworden.
Und bei dieser Gelegenheit noch ein wenig ‘Schleichwerbung’ für eine gemeinsame Aktion der Esslinger Umweltverbände, der Stadt Esslingen und Esslinger Gewerbetreibenden am kommenden Sonntag: Im Rahmen der Naturerlebniswoche Baden-Württemberg veranstalten wir den 4. Streuobstwiesen-Blütenwandertag am Sonntag, 29.4. zwischen 11:00 und 16:00 Uhr. Viele Aktionen und Informationsstände erwarten Sie, Start ist am Seracher Schlössle. Weitere Details auch auf www.bund-esslingen.de.
Herzliche Einladung
Werner Barth
BUND Bezirksgruppe Esslingen
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April 23rd, 2012
Letzte Woche ging es Schlag auf Schlag, am Freitag und Samstag sind kurz hintereinander drei Jungfälkchen aus dem Ei geschlüpft. So mancher wird sich da nun fragen: wie kommen die Jungen denn aus dem Ei? Dank unserer Digicam, die parallel zur WEBCAM alle 5 Minuten ein Foto aufnimmt, lässt sich dies sehr schön zeigen.
Denn just am 19.4. um 18:25 ist auf dem Ei, das Mama Wanderfalke hier so genau unter die Lupe nimmt, ein kleines dunkles Loch zu sehen:
Das junge Fälkchen im Ei hat zuvor die harte Eischale mit einem Hornhöcker auf seinem Schnabel aufgebrochen. Das ist gar nicht so einfach, denn die Eischale ist im Gegensatz zu unserem Empfinden gar nicht so einfach zu zerbrechen, schon gar nicht von innen heraus.
Die erste Öffnung muss das Junge selbst machen, später helfen die Altvögel manchmal nach.
Und kurz nachdem die Jungen geschlüpft waren, ging’s auch schon mit der Fütterung los. Dazu bringen die Altvögel Beute in den Horst, die zartesten Fleischstücke werden dann in wohldosierten Häppchen verfüttert.

Und die aus den letzten Jahren bekannte Arbeitsteilung setzt sich offensichtlich auch dieses Jahr fort: Papa liefert Beute an, Mama verfüttert an die Jungen – und Papa Wanderfalke reiht sich ein und bekommt auch wieder ab und zu etwas ab.

Und hier noch einige Schnappschüsse aus den vielen mir zugesandten Bildern
Fütterung der Raubtiere


Jetzt ist nur noch spannend, was mit dem verbliebenen Ei passiert – wird es noch zu Ende gebrütet oder aufgegeben? Beides ist möglich, denn die Versorgung der geschlüpften Jungvögel kostet die Eltern viel Energie.
Werner Barth
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April 20th, 2012
Schneller als gerechnet ist heute (mindestens) der erste Jungfalke geschlüpft. Die Lage ist jedoch noch etwas unübersichtlich. weil man bei Wanderfalkens parallel zum Schlüpfen entschieden hat, mit Eiern und Jungvolk gleich mehr zum Eingang hin umzuziehen. Wahrscheinlich ist aber nicht nur ein Jungfälkchen geschlüpft.
Heute morgen und über den Tag hinweg haben mich die ersten Mails mit Fotos erreicht – vielen Dank!
Gestern Abend (19.4.2012) wars schon etwas eng…
Heute Morgen dann mindestens 1 Jungfälkchen, zwei Eier noch geschloßen
…irgendwie ist da etwas zu viel weiß nur für ein Fälkchen
…nach dem Umzug
…und schon wird gefüttert. Der weiße Fleck rechts gefällt mir jedoch gar nicht. Der ist schon recht lange unbeweglich an einer Stelle. Hoffentlich kein Jungfalke.
Werner Barth
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April 16th, 2012
…Nicht durch Aufschlagen, sondern durch Ausbrüten wird aus einem Ei ein Küken.
An diesen Spruch eines unbekannten Autors muss ich beim Betrachten unserer Wanderfalken-WEBCAM gerade denken. Allzu lange wird das abwechselnde Bebrüten der Eier durch Papa und Mama Wanderfalke aber nicht mehr andauern.
Normalerweise rechnen wir mit einer Brutdauer von 34-38 Tagen bei Wanderfalken. Ich habe deshalb die Fotos von der Digicam durchgeschaut: die Eier waren zuletzt am 19. März für längere Zeit zu sehen. Wenn ich das hochrechne, ich mich nicht verrechnet habe und auch die Natur bei unseren 4 Eiern so rechnet, sollte ca. ab dem 22. April mit dem Schlüpfen des ersten Jungfälkchens gerechnet werden.
Und wer jetzt diese Temine mit den Terminen der Eiablage vergleicht, wird dieses Jahr eine Veränderung feststellen: in den letzten Jahren gab es bei Wanderfalkens einen strikten Zeitplan. Zuerst werden Eier gelegt, und erst danach wird gebrütet. Ergebnis: die Jungen sind zeitlich kurz hintereinander geschlüpft.
Dieses Jahr ist das nun etwas anders: während die ersten Eier schon bebrütet werden, wurde noch ein weiteres dazugelegt. (wir waren ja lange am rätseln, wie viele es denn jetzt eigentlich sind) Das könnte dieses Jahr dazu führen, dass die Jungen etwas weiter auseinander schlüpfen. Könnte – muss aber nicht…
Unsere WEBCAM hat uns in der letzten Zeit leider etwas Kummer bereitet, die Übertragung der Bilder hier ins Internet hakte immer mal wieder. Ich bitte da um etwas Nachsicht – die Liveübertragung im Schaufenster der EZ am Marktplatz ist davon jedoch nicht betroffen.
Zum Ausgleich hier zwei Fotos von gestern und heute, auf denen der Terzel wieder auffällig lange Zeit im Horst beim Weibchen blieb.

…Einfach putzig – nicht wahr?
Werner Barth
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April 6th, 2012
Leider ist zur Zeit wieder die WEBCAM ausgefallen. Wir schauen, dass diese so schnell wie möglich wieder funktioniert.
Schöne Ostertage
Werner Barth
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März 26th, 2012
Der etwas langweiligere Teil der Brutphase unserer Wanderfalkenfamilie ist bereits im vollen Gang. Seit einigen Tagen sind beide Altvögel intensiv mit dem Brüten beschäftigt. Wie in den Vorjahren wechseln sie sich dabei ab, so dass jeder für sich selbst Beute jagen kann.
Gabi Kehl hat heute morgen einen solchen Schichtwechsel mitbeobachtet, den ich uns nicht vorenthalten möchte. Links ist das Weibchen zu sehen, der Terzel brütet anfangs. Danke für die gelungene Bildserie.





Es gibt aber auch Brutpaare, bei denen das Weibchen alleine brütet und den Terzel nicht an die Eier heranlässt. Dann muss der Terzel auch das Weibchen mitversorgen und geschlagene Beute in den Falkenhorst bringen.
Wanderfalken jagen fast nur im Fluge, indem sie sich von oben kommend auf ihre fliegende Beute stürzen. Sie erreichen dabei so hohe Fluggeschwindigkeiten, dass der Beutevogel meistens schon durch den Aufprall getötet wird. Dem gejagten Vogel bleibt so nur ein sehr kurzes Zeitfenster, um dem Jäger auszuweichen.
Und hier zum Schluß noch eine Nahaufnahme der 4 Eier vom Samstag. Wie fast jedes Jahr ist auch diesmal ein farblicher Ausreißer dabei. Drei typische, helle Eier mit dunkelbrauner Sprenkelung liegen neben einem dunkelbraunem Ei.

Wahrscheinlich ist dies auch der Grund, dass wir über die Zahl der Eier lange Zeit unsicher waren.
Werner Barth
BUND Bezirksgruppe Esslingen
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März 22nd, 2012
Dass es bisher vier Eier sind, können wir nun sicher anhand der vielen Fotos aus unserer Fangemeinde sagen – vielen Dank dafür. Trotz der nur kurzen Brutunterbrechungen gab es dabei viele schöne Szenen.
Mir persönlich hat das Foto von Günter Scheuerle von gestern Nachmittag am besten gefallen. Fast könnte man da hineininterpretieren, dass sich das Weibchen fragt, ob nicht noch ein weiteres Ei dazupassen würde?

Die Störung am WEBCAM-PC konnte heute zum Glück wieder behoben werden, danke auf diesem Wege an die Techniker der EZ.
Werner Barth
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