Wohnungssuche in begehrter Höhenlage von Esslingen

Rekapitulieren wir erst mal, damit wir den Überblick nicht verlieren:

  • Die vergangenen Jahre hatten wir immer Wanderfalken im Nistkasten auf dem Nordturm der Stadtkirche
  • Dieses Jahr warteten wir vergeblich auf ‘unsere’ WAFAs. Wir wissen nach wie vor nicht, wieso sie nicht kamen und wo sie geblieben sind
  • Anfang März hatte als erstes ein Nilgans-Paar bemerkt, dass da eine Wohnung frei war
  • Seither lassen sich die Nilgänse immer mal wieder kurz blicken, sie haben sich zwei Vertiefungen in den Schotterboden gegraben
  • Vor einigen Tagen tauchte plötzlich noch ein Turmfalkenweibchen in den Bildern auf
  • Und seit heute ist jetzt auch noch ein Turmfalkenmännchen dokumentiert

Wir haben also jetzt ein Nilgans-Paar und ein Turmfalkenpaar, die sich für den Brutkasten interessieren. Damit können wir dieses Jahr mal zur Abwechslung ‘Live’ mitbeobachten, wie so ein Wohnungsbezug in der Vogelwelt stattfindet.

Hier einige der WEBCAM-Bilder, die mir Trude Fuchs-Möbus und Gabi Kehl zugesandt haben – Danke!
Man beachte auch die Größenunterschiede zwischen Nilgans und Turmfalke – die Perspektive ist die Gleiche.

 

 

 

 

 

 

Ein neuer Gast auf dem Kirchturm

Kürzlich hatte ich die Kameras oben auf dem Kirchturm der Stadtkirche umgestellt und die Außenkamera aktiviert. Unsere diesjährigen Gäste – die Nilgänse – hatten sich auf den WEBCAM-Bilder doch etwas rar gemacht. Und so sieht man jetzt abwechselnd einen Blick ins Innere und einen nach draußen auf den östlichen Marktplatz, das Neue Rathaus bis hoch hinauf auf die Burg.

Ganz optimal ist dieser Panoramablick nicht, denn die Außenkamera lässt sich nur ganz eingeschränkt verdrehen. Aber besser so als gar nichts, oder? Verblüfft war ich jedoch schon, als beim Einrichten plötzlich unser Nilgans-Paar auf dem Anflugbrett vor dem Kasten stand und nach dem Rechten sah. Offensichtlich haben sie den Kasten sehr genau im Blick und verteidigen ihn auch, soweit möglich. Bis zu mir in den Innenraum trauten sie sich jedoch nicht und flogen auch bald wieder weg.

Doch die Außenkamera lieferte in den letzten Tagen neben dem schönen Blick über unser Esslingen überraschende Fotos von einem weiteren Gast hoch droben:

 

Nicht nur Nilgänse – nein – auch ein junger Turmfalke (wahrscheinlich ein Weibchen) ließ sich dort jetzt schon mehrmals sehen. Wir können also momentan ‘live’ mitverfolgen, wie beliebt solche herausragenden Plätze hoch über den Dächern der Altstadt sind. Danke an Gabi Kehl und Nicole Rabus für die Schnappschüsse!

Werner Barth

Der erste Eindruck trügt

…der Nistkasten ist nicht verlassen.

Hatte ich neulich noch hier Blog gefragt, wo denn unsere neuen Gäste im Nistkasten hoch über dem Marktplatz geblieben sind, so kann ich das jetzt sicher beantworten: sie sind immer noch da. Nicht ganz so regelmäßig zu sehen wie unsere Wanderfalken – aber immerhin häufig zu Besuch.

Petra Lucan und Gabi Kehl haben mich in letzter Zeit regelmäßig mit schönen Schnappschüssen versorgt, die ich uns nicht vorenthalten möchte. Ganz herzlichen Dank an beide fürs zuschicken!

Hier sieht man den möglichen Grund für die zwei ‘Krater’ im Kasten: man ist sich wohl noch nicht einig, wohin die Eier gelegt werden sollen.

 

 

Und welch große Füße mit Schwimmhäuten unsere Nilgänse haben, sieht man hier (also ein typischer Wasservogel):

 

Zwischendurch hatte ich schon kurz mal die Hoffnung, dass die WAFAs wieder zurück wären. Ein kleinerer graublauer Vogel war da von hinten zu sehen. Aber nachdem er sich etwas gedreht hatte…

…war klar, dass das eine Stadttaube war, die sich kurz mal in ‘die Höhle des Löwen’ gewagt hatte.

Wir werden also erst mal weiter abwarten müssen, was unsere Nilgänse denn jetzt so vor haben. Sind sie nur ab und zu mal zu Besuch da oder werden sie wirklich Eier oben ablegen? Sollte das Letztere eintreten, gäbe es jedoch auch ein deutlich anderer Brutverlauf, denn Nilgänse sind Nestflüchter. Das bedeutet, dass die Jungen kurz nach dem Schlüpfen das Nest verlassen und von den Eltern dann draußen groß gezogen werden. Und obwohl sie auch immer wieder auf hohen Bäumen brüten, scheint die Fallhöhe für die Nestflüchter kein Problem zu sein. Wir brauchen uns also wohl keine großen Sorgen machen, man ist an hochgelegene Brutplätze gewöhnt.

Werner Barth

Wo sind sie?

Tja,
von unseren Wanderfalken war dieses Jahr noch nichts zusehen. Statt konnten wir kurzfristig Nilgänse  auf dem Bildschirm am Marktplatz und hier auf der WEBCAM beobachten.

Doch schon seit einigen Tagen haben sich auch die Nilgänse rar gemacht Ich habe jedenfalls keine mehr gesehen – nachdem eine zweite Kuhle im Nistkasten hoch auf dem Turm gegraben wurde.

Und so sehen wir also ‘zwei große Krater’ und fragen uns: was kommt als nächstes?

Werner Barth

Nestbesetzer auf der Stadtkirche

Hatten wir uns gestern noch gefreut, dass “unsere” Wanderfalken nun endlich den Brutkasten in Beschlag genommen haben, breitet sich heute ein wenig Ernüchterung aus.

Denn die von Sabine Dittmann, Gabi Kehl und Petra Lucan mir zugesandten Fotos dokumentieren: das sind gar keine Wanderfalken, das sind – Nilgänse!

Offensichtlich haben diese die lange Abwesenheit genutzt und sich schwuppdiwupp den Nistkasten unter den Nagel gerissen. Oder sollten sie gar mitbekommen haben, dass bei den gerade laufenden Diskussionen um den neuen Flächennutzungsplan 2030 der Schwerpunkt auf das “Bauen im Bestand” gelegt werden sollte? Was läge da näher als der Marktplatz mitten in der Stadt… Wir wissen es nicht und können nur spekulieren.

Was wir jedoch wissen: die Nilgans stammt ursprünglich aus Afrika und breitet sich in Mitteleuropa immer mehr aus. Sie ist sehr wehrhaft, unsere WAFAs haben also einen schlechten Stand, wenn sie ihren Nistkasten zurückerobern wollten. Und sie legt normalerweise 5-8 Eier, manchmal auch einige mehr. Es könnte also voll werden oben auf dem Kirchturm.

Uns bleibt also – wieder mal – nur übrig, der Natur ihren Lauf zu lassen und die Gegebenheiten so hinzunehmen. Lassen Sie uns doch dieses Jahr einfach mal gemeinsam ein anderes Programm auf WEBCAM und Monitor schauen: Nilgänse auf der Esslinger Stadtkirche. Ich werde hier im Blog wie gewohnt über Neues und Wissenswertes berichten.

Werner Barth

 

Sie sind da…

Gerade erreicht mich eine Mail von Gabi Kehl mit einer tollen Nachricht vom Marktplatz:

“Sie sind da, ein heftiges “Geschrei” (was sagt man da überhaupt?) über der Stadt und eine Kuhle im Nest…”

Na also, offensichtlich wurde heute der Nistkasten bezogen. Eine Kuhle gleich links neben dem Einflugloch hatten wir in den letzten Jahren auch noch nicht. Jetzt wird es spannend, wie es weitergeht.

Werner Barth

Wo sind unsere Esslinger Wanderfalken?

Liebe Wanderfalkenfreunde,
auch dieses Jahr möchte ich Sie herzlich hier im Wanderfalken-Blog der EZ willkommen heißen. Wir – die NABU Gruppe Esslingen und die BUND Bezirksgruppe Esslingen – haben in den letzten Wochen alles für die neue Brutsaison vorbereitet. Der Brutkasten wurde gereinigt, die Übertragungstechnik hergerichtet und aufgebaut. Wie immer verläuft dies nicht problemlos, die Witterungsbedingungen im Turm der Stadtkirche, hoch über dem Esslinger Marktplatz, machen es Mensch und Technik nicht einfach. Nur unsere WAFAs sind an solche Extreme gewöhnt und lassen sich normalerweise nicht abschrecken.

Doch dieses Jahr war von Anfang an nicht wie die letzten Jahre. Über den ganzen Winter hinweg bekamen wir nur spärliche bis gar keine Beobachtungsmeldungen. Denn die Altvögel überwintern hier, sind jedoch nicht ständig in der Stadt unterwegs.

Und während des Technikaufbaus im Januar jeden Jahres war im Sand/Kieselbett des Nistkastens bereits eine Kuhle zu sehen, in der das Weibchen dann später meistens das erste Ei legte. So konnten wir auch die Kameras gleich auf die richtige Stelle ausrichten.
Doch von einer solchen Kuhle war diesmal nichts zu sehen, der Boden des Nistkastens sah und sieht immer noch unberührt aus. Auch auf der schon einige Tage mitlaufenden WEBCAM war nichts von ‘unseren’ Wanderfalken zu sehen.

So stellt sich jetzt zum ersten Mal die Fragen: kommen sie überhaupt noch? Und wo sind sie geblieben? Wir werden erst mal weiter abwarten müssen. Schließlich sind das keine Zuchttiere, die der Mensch steuern könnte. Wir können nur passende Rahmenbedingungen bereitstellen und müssen alles weitere der Natur überlassen.

Sollten Sie in den letzten Wochen (oder auch in nächster Zeit) die Wanderfalken in Esslingen beobachtet haben oder beobachten, wären wir für eine Information dankbar.
Dann bitte eine Mail an mich: werner.barth (at) bund.net

Werner Barth
BUND Bezirksgruppe Esslingen

 

 

Auf und davon

So, nun sind sie also alle vier ausgeflogen. Unser ‘Benjamin’, wie ich ihn benannt hatte, sogar zweimal.

Zweimal, weil mir Gabi Kehl folgenden Kurzbericht mit Foto zumailte:
“Der Benjamin war am Freitag schon einmal unten gelandet. Die Tierfotografen haben ihn wieder hoch getragen. Die Feuerwehr war da und ich habe auch eine Stunde lang ausgeharrt, bis das Fälkchen wieder oben war. Die Mutter schrie erheblich. Am Samstag morgen waren Posaunenbläser auf dem Turm, wieder ein enormer stimmlicher Protest des Weibchens. Es war wirklich herzzerreißend.”

Also hatte er bei der abendlichen Fütterung -siehe letzter Artikel- schon einen ersten Ausflug hinter sich, der direkt unterhalb der Stadtkirche auf einem dort parkenden Auto endete.

Oben auf dem Turm ist nun Ruhe eingekehrt und meistens kommen die Jungfalken auch nicht mehr zurück. Sie sind jedoch für die nächste Zeit immer noch rund um den Marktplatz zu sehen und zu hören. Die markant-schrillen Schreie werden uns also noch eine Weile erhalten bleiben.

Halten wir ‘unseren’ jungen Terzel also die Daumen, dass sie sich gut zurechtfinden. Denn das muss leider auch gesagt werden: im bundesweiten Durchschnitt überleben nur ca. 30% der jungen Wanderfalken das erste Lebensjahr.

Mit diesem Eintrag verabschiede ich mich wieder für dieses Jahr von Ihnen. Mir hat es Spaß gemacht, hier über die Entwicklung unserer Esslinger Wanderfalken zu berichten. Besonders bedanken möchte ich mich bei allen, die mir unermüdlich Fotos und Informationen zukommen ließen. Beruflich bedingt konnte ich nicht regelmäßig berichten, dafür haben die Bilder der WEBCAM aber für sich gesprochen.

Auch dieses Jahr stelle ich die schönsten Fotos der Saison 2012 zur privaten, nicht gewerblichen Nutzung zum Herunterladen bereit:

https://www.wuala.com/wernerdat/WAFA_EZ/?key=ZbJ6wi2PoenT

Wir freuen uns auch wieder über Spenden für unser Wanderfalkenprojekt:
Spendenkonto: (Für die finanzielle Abwicklung ist der NABU zuständig)
NABU Ortsgruppe Esslingen
Kto.Nr. 938 206
Kreissparkasse Esslingen
BLZ 611 500 20
Stichwort Wanderfalken

Unser Wanderfalkenprojekt ist eine gemeinsamen Aktion des
NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.), Ortsgruppe Esslingen

und des
BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.), Bezirksgruppe Esslingen
.

Besonders an die Herzen möchte ich auch eine Mitgliedschaft in einem (oder gerne auch beiden) Organisationen legen. So unterstützen Sie – auch – dauerhaft Natur- und Umweltschutz bei uns vor Ort.

Über folgende Links können Sie ganz einfach Mitglied werden:

Beim BUND:
https://www.bund.net/?id=5163&tx_powermail_pi1[uid1534]=permbox

Beim NABU:
https://www.nabu.de/modules/formulare/mitglied-werden.html

Aktuelles aus unseren Esslinger Ortsgruppen finden Sie unter:
http://www.bund-esslingen.de
http://www.nabu-esslingen.de

Bis zur nächsten Saison
Werner Barth
BUND Bezirksgruppe Esslingen

Fütterung in luftiger Höhe

Dieses Jahr zieht sich das Ausfliegen unserer jungen Wanderfalken länger hin als gewohnt. Drei unserer Terzel sind nun schon einigen Tagen ausgeflogen, aber einer harrt immer noch oben vor dem Brutkasten aus. Offensichtlich braucht er einfach noch etwas Zeit, um den ersten Flug zu wagen.

Für die Altvögel bedeutet dies etwas Mehrarbeit, denn nun müssen die bereits ausgeflogenen auf den Esslinger Dächern versorgt werden und zusätzlich noch der ‘Benjamin’ oben auf dem Turm.

Dass dies kein Problem darstellt, zeigen diese Fütterungsszenen von heute abend.

Ich bin gespannt, wann auch der letzte sich zum ersten Mal in die Lüfte schwingt.

Werner Barth